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Dedo

Am Ende des heutigen Tages (20.12.2016) kochten wir in der Küche eines Hotels. Dominik ist immer noch verstört wie es dazu kommen konnte. Aber eins nach dem anderen, fangen wir vorne an…

Heute wollten wir es noch Mal mit dem dedo (Daumen, also per Anhalter) probieren. Viele Reisebekanntschaften haben uns erzählt, dass man die Carretera Austral am besten per Anhalter bereist. O.k., andere, wie z.B. Johannes, ziehen das Velo vor, aber uns fehlt die Zeit und Ausrüstung dafür. Daher hiess es heute zuerst wieder Camping gerecht packen, unsere Sachen für die nächsten zwei Wochen in einem beliebigen Hotel unterstellen und zur Touri-Info. All dies hatte seine praktischen Gründe allem voraus: Zeit zu schinden, denn es regnete bereits den ganzen Morgen und die Wetterprognose für den ganzen Tag sah nicht besser aus. 

Wie beginnt man die erste Etappe unseres Anhalter-Abenteuers? Richtig, mit dem Bus, denn zuerst muss man ein Stück raus aus der Stadt. In Piedra Azul stiegen wir bei Regen aus. Als erstes suchten wir uns einen trockenen Unterstand, danach setzten wir unser freundliches Lächeln auf und den Daumen raus. Bereits der geschätzt zehnte Wagen (ca. 10 Minuten) hielt und nahm uns mit. 

Ricardo, vielleicht hiess er auch anders, unser erster Fahrer, nahm uns mit bis Kilometer 37. Danach dauerte es noch keine fünf Autos und wir sassen wieder im trockenen Wagen. Unser zweiter Fahrer hiess Erwin und ist Imker und Muschelzüchter. Zwischendurch hielten wir noch in einem kleinen Ort mit Bucht. Dort steht Erwins Kutter und zwei seiner Angestellten haben den Pick Up Truck entladen. Bevor wir am Ziel ankamen, stoppten wir noch an seinem Haus, an welchem sich auch Bienenstöcke, eine Zentrifuge zum Honig schleudern, etliche gelbe Fässer mit je 350kg Honig (siehe Titelbild) und anderes Imker-Zubehör. Bei einem gemeinsamen Kaffee lernten wir neben der Muschelzucht und der Imkerei noch jede Menge über die Carretera Austral und die chilenische Politik. Danach fuhr Erwin uns noch bis Kilometer 100, also bis zum Ort Hornopirén. Von dort werden wir morgen früh die Fähre nehmen.







Honig aus EU- und Nicht-EU-Ländern





Ach ja und wie kamen wir in die Hotelküche?

Bei unserer Ankunft in Hornopirén regnete es immer noch. Stiefi fand uns ein nettes Hotel, namens Holiday Country im Zentrum des Ortes. Es wird seit 25 Jahren von Rosa betrieben, sie ist eine sehr herzige ältere Dame. Als wir sie fragten wo man hier im Ort was günstig essen gehen kann, meinte sie:“Ihr könnt auch die Küche benutzen“. Freudig nahmen wir die Einladung an und gingen einkaufen. Als wir kurz darauf die Küche betraten, hatte die Köchin schon ordentlich gekocht, überall lag leckeres Essen. So viel, dass wir uns fragten wer das alles essen sollte? Es war zudem sehr gewöhnungsbedürftig sich daran zu gewöhnen, neben der Köchin zu kochen. Ausserdem sass Rosa, die Chefin, in der einen Ecke und ständig betraten durch den Hintereingang Bekannte und Verwandte die Küche, um auch was zu essen. So war uns immerhin klar für wenn das Essen noch bestimmt war, nach einer Weile war uns auch klar, dass wir sicherlich nicht die ersten Gäste waren, die in der Küche kochten.

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