Der 06.12.2016 war für uns wieder ein verlorener Tag. Gestern hatten wir schon versucht irgendwie in einen frühen Bus nach Puerto Natales zu kommen, doch als wir gestern Abend ankamen hatten alle Schalter im Busbahnhof schon zu. Auch war telefonisch oder über das Internet kein Ticket zu kriegen. Heute morgen hat Stiefi erneut angerufen und wir hätten noch einen einzelnen Platz im Bus gekriegt. Dumm, dass wir zwei Plätze brauchen. Das war das erste Mal, dass es von Nachteil war zu zweit zu reisen.
Tsja, bereits um 9h war uns klar, dass wir frühestens um 16:30h mit den Bus loskommen, wenn wir nicht einen besseren Plan haben. Richtig Lust auf den ganzen Tag in El Calafate abhängen hatten wir nicht. Allzu mal wollten wir unbedingt möglichst früh in Puerto Natales sein, da wir noch Wäsche machen wollten und ja auch dringend noch zum Nationalparkbüro müssen. Ohne dort gewesen zu sein, können wir nicht alle Campingplätze für unser Trekking kriegen und dürfen somit nicht auf den Trail um den Torres del Paine. Warum nicht per Anhalter nach Puerto Natales? Die Autofahrt dauert nur 3.5h (mit dem Bus sind es 6h) und vielleicht kriegen wir schon vormittags ein Auto. Viele Leute mit dem Daumen oben haben wir schon gesehen, dann muss es doch viele geben die einen mitnehmen, oder?
Im Dorf haben wir nochmal schnell Gas fürs Camping besorgt und standen kurz vor elf am Ortsausgang. Also Daumen raus und Schild „Puerto Natales“ hoch.
Anfangs war es ja noch lustig und zum Glück regnete es auch nicht. Doch windete es ganz ordentlich und trotz praller Sonne mussten wir uns gut einpacken. Die erste Stunde ist nichts passiert, keiner hat angehalten. Es gab auch kaum Verkehr, nur Reisebusse, kleinere Transportbusse und Taxis, kaum normale Autos, die einen eventuell mitnehmen. Das einzig unterhaltsame waren die wilden Hunde, welche auf der Strasse herum lungerten und wirklich jedem Auto sich in den Weg stellten, es anbellten und hinterher rannten.




Auch in der zweiten und dritten Stunde nahm uns keiner mit. Langsam wurde uns auch klar, warum wir schon so viele Tramper gesehen hatten: weil die wenigen, die es hat, keiner mitnimmt. 😎
Um kurz vor 14h änderten wir unser Taktik und stellten uns auf beiden Strassenseiten auf. Das erhöht ja bekanntlich die Chance mitgenommen zu werden. 😋 Entweder nimmt uns noch jemand mit nach Puerto Natales oder zumindest zurück ins Dorf, denn mit unseren je 25kg Gepäck wollten wir nicht noch eine Stunde durch die Sonne latschen und heute gar nicht nach Puerto Natales zu kommen wäre auch keine Option gewesen. Zwei freundliche Australierinnen fuhren uns direkt zum Busbahnhof, wo wir dann auch den Bus um 16:30h nahmen.


Ein argentinischer Streik, der unsere Weiterfahrt verzögerte



Grenzbaum

An der chilenisch argentinischen Grenze



Puerto Natales