Den ersten Teil der letzten Nacht verbrachten wir abwechselnd auf dem Klo. Nachdem wir Magen und Darm komplett entleert hatten, war uns am Morgen noch recht unwohl, aber im Laufe des Tages ging es dann wieder etwas besser (29.01.17).
Heute war der Beginn der einwöchigen Festivitäten zu Ehren der Virgen de la Candelaria. Es ist das grösste Trachtenfest von Südamerika (checken) und wurde dafür auch von der UNESCO als schützenswert eingestuft. Das ganze gleicht ein bisschen der Fasnacht in Deutschland. Grosse Gruppen mit ellenweise über 300 Personen ziehen tanzend in einem Umzug durch die Strassen. Musikalisch erinnerten uns die vielen hohen Panflötentöne an den Basler Morgenstraich.
Die verschiedenen Gruppen machen sich dabei zumeist lustig über ihre spanischen Eroberer. Die Achachi gehören dazu, sowie die Gruppe Rey caporalo, welche eine Krone auf haben. Die Waca Waca nehmen die Stierkämpfe auf den Arm, dabei haben die Frauen so viele lagen an Röcken an, dass der Stoss des Stieres sanft abgefedert wird. Die Monada ahmen die Sklaven nach, welche von den Spaniern von Afrika hergebracht wurden, um u.a. für den Silber-Abbau in den Minen sich im wahrsten Sinne des Wortes zu Tode zu schuften. Man erkennt diese Gruppen sehr gut an schwarzen Masken und an z.B. Glöckchen an den Beinen, welche das Rasseln der Fussketten imitieren.
Der Diablada ist ebenfalls ein Tanz, der den ausgebeuteten Minenarbeitern gilt. Während der Tinkus und der Llamarada, einer der wenigen Tänze ist, der sich auch nicht auf die Eroberer bezieht. Llamarada ist ein Tanz um die Tiere (Lamas) herum.
Um das bunte Treiben zu beobachten, gingen wir zuerst in das Stadion, wo nach und nach die über 90 Gruppen einen Tanz darboten. Bereits früh morgens um sieben beginnt das Spektakel und endet irgendwann nachts um neun oder zehn. Nach ein paar Stunden in der gleissenden Sonne verliessen wir das Stadion, um uns ein bisschen die Füsse zu vertreten. Abschliessend beobachteten wir die Gruppen, wie sie durch die Strassen zogen. Das war deutlich unterhaltsamer als im Stadion, da dort die Musik viel zu leise war.
Gegen zehn nahmen wir dann den Nachtbus nach Cusco.
































































