Es war schön heute (01.03.2017) direkt am Meer aufzuwachen und den Sonnenaufgang zu sehen. Zumindest wenn man mal für ein paar Minuten die Stechmücken und den Müll am Strand (und im Wasser) ausblendet. Das Frühstück war, wie zu erwarten, eher bescheiden. Das liegt vermutlich daran, dass es hier keine Konkurrenz gibt und dass es genügend Besucher/Touristen gibt, die hier trotzdem vorbei kommen. Aber überlaufen war es ganz und gar nicht, mit uns übernachteten noch drei weitere Paare hier.


Mit unserem Roller fuhren wir wieder zurück zur Lyndale Lodge. Glücklicherweise gab es noch ein französisches älteres Paar, mit dem wir uns ein Taxi bis zum Bahnhof teilen konnten. Dort assen wir wieder einmal an einem Strassenstand Dinge, die wir bisher nicht kannten. „Ist das Leber?“ „Nein, gekochtes Blut!“
Mit dem Zug ging es weiter nach Süden. Einen kurzen Film zur Zugfahrt findet ihr hier sobald wir wieder gutes Internet haben. Leider kann das jetzt ein paar Wochen dauern bis wir wieder gutes WLAN haben.











In Sawi angekommen stellten wir fest, dass wir uns abseits jeglicher Touristenrouten befanden. Die ausgetretenen touristischen Trampelpfade fehlten, das bedeutet:
- Keine öffentlichen Verkehrsmittel, die uns zur entlegenen Unterkunft ans Meer bringen könnten
- Keine Touri-Info, die uns weiter helfen könnte
- Nur vereinzelt findet man jemanden, der überhaupt Bruchstücke von Englisch spricht
- Strassen und Wege sind auf offline Karten, die wir verwenden (maps.me), nicht mehr eingezeichnet
Zwar gibt es im Zug immer Verkäufer, die Essen und Trinken anbieten. Doch in den letzten Stunden gab es nur getrockneten, ziemlich übel riechenden Fisch. Daher waren wir nach unserer Ankunft in Sawi hungrig und bevor wir irgendwie unsere Weiterfahrt organisierten, assen wir auf dem Markt. Abwechselnd blieb immer einer beim Gepäck und einer suchte sich was zu essen.
Ein paar Stunden zuvor sagte Stiefi zu Dominik: „Du könntest ja auch Mal neues, ungewohntes Essen ausprobieren!“. Das hat Dominik sich zu Herzen genommen und so kam es auf dem Markt zu folgendem lustigen Dialog. Stiefi mit vollem Mund „Was ist das?“ Dominik daraufhin: “ Nudeln gefüllt mit Maden!“ Stiefi fiel die Kinnlade runter und die Nudeln fast wieder raus.
Doch wir wussten immer noch nicht wie wir zu diesem Mini-Ort am Meer kommen sollten, geschweige denn wie der Ort, in dem die Herberge liegt, heisst. Auf der Suche nach irgendeiner Info auf Englisch sahen wir zwei Schilder/Poster. Eines das darauf hinwies, dass es im September 2015 hier Mal eine Standup-Party gab (keine Ahnung was das sein soll) und ein Schild der örtlichen Polizeistation. Naja Station ist vielleicht etwas übertrieben, richtig müsste es heissen Räumchen. Ein Polizist sass mit hochgezogenem Hemd (bauchfrei) vorm Fernseher, die Pistole auf dem Bett und dem Ventilator auf sich gerichtet. Das klingt jetzt ziemlich schäbig und faul, aber wenn man sich überlegt wie warm und feucht es ist, dann ist das vollkommen verständlich. Oder würdet ihr euch in der Biosauna den ganzen Tag bewegen wollen. Wir hofften, dass wir vielleicht im Polizeiauto hingefahren würden, aber so wie es aussieht, gibt es kein Polizeiauto. Wir sahen nur zwei Polizisten auf einem Moped. Immerhin weiss man so, dass die Kriminalitätsrate relativ klein sein muss.
Letztendlich konnten wir dem sehr freundlichen Polizisten klar machen wohin wir wollen und er konnte uns zwei Mopeds organisieren. Zwischenzeitlich wurde es dunkel und wir erfuhren den Preis für die abgelegene Unterkunft (2400baht plus 400baht fürs Moped dorthin, was in Thailand recht viel ist). Da wir heute eh nichts mehr sehen oder erleben würden, beschlossen wir in Sawi zu bleiben. Die einzige Unterkunft, ist das „In Love Resort“, der Name sorgte bei den locals immer wieder für Schmunzeln. Dort angekommen wurde uns auch klar warum. Von Aussen sieht das Hotel so aus wie wir uns die Verrichtungszellen in Zürich (Strassenstrich) vorstellen. Innen hat es ein knallrotes Sofa, ein riesiges Bett, ausliegende Kondome, indirekte Rotlicht Beleuchtung über den Bett, eine Schiebetrennwand mit riesigem Spiegel, welche den direkten Blick zwischen Bett und Dusche zu lässt. Das Hotel war billig (450baht die Nacht, nicht pro Stunde) und trotz des schmudeligen Flaires sehr sauber und ruhig. Wir mussten letztlich auch drüber lachen und hatten eine ruhige Nacht.

Pepoo 14. März 2017
Nudeln mit Maden, mein Respekt. Weiss nicht, ob ichs geschafft hätte. wars gut?
haha recht was los bei euch. in Zürich könnt ihr sicher auch mal ein Zimmer mieten ^^
Dominik 14. März 2017 — Autor der Seiten
Hoi Pepoo,
Ja, schmeckt wie Tortellini mit Fleisch gefüllt. Wenn man ganz viel Sojasauce verwendet, dann schmeckt es nach Sojasauce. ?
Gruss,
Dominik