Unseren zweiten Tag (21.03.2017) in Shwe Yaung am Inle See begannen wir mit einem gemeinsamen Velo Ausflug zum Shwe Yan Bye Kloster und Tempel. Das Kloster wurde Anfang des 19. Jahrhunderts vollständig aus Teakholz gebaut. Direkt nebenan befindet sich der dazugehörige Tempel. In ihm gibt es über 1700 Nischen mit kleinen Buddhas drin. Die Wände sind in rot und Gold bemalt und mit bemalten Glasstücken geschmückt.









Stiefi war leider noch nicht wieder vollständig hergestellt, so dass Dominik die Erkundungstour entlang der Westküste des Inle Sees alleine radeln musste. Nach einer guten Stunde kam er in einem kleinen Dorf namens Khaung Daing an. Das Dorf ist bekannt für die Produktion von Tofu. Dominik wurde am Ortseingang von Yan angesprochen.Yan gibt Touren als Inhaber des Tofu Palace und führt durch die Produktionsstätten von Tofu. Das klang nach einer grossen Fabrik, in der Touristen durchgeschleust werden. Nichts desto trotz wollte Dominik als Vegetarier mehr über die Tofu-Produktion lernen und so kam es, dass er mit Yan zusammen eine Führung machte. Doch diese war alles andere als gedacht.
Wir fuhren von Haus zu Haus im Dorf und schauten uns an wie jede Familie Produkte für den lokalen Markt kocht oder bäckt. Tofu wird hier übrigens aus Kichererbsen hergestellt und muss dafür 45 min, im wahrsten Sinne des Wortes, auf grosser Flamme unter ständigem Rühren aufkochen. Alle Produkte werden in mühsamer Handarbeit hergestellt. Klar durfte auch überall probiert werden und es gab einiges:
- Getrockneter Klebereis wird in heissem Sand gepufft

- Tofu beim Aufkochen



- Palmschnaps Erzeugung nur für den Gebrauch der Dorfgemeinschaft

- Frittierte und in Zuckerrohrsaft eingelegte Klebereisringe

- Frittierte Kichererbsensnacks


- Salzige Sonnenblumenkerne


- und einiges mehr.


Die Tour basiert auf Spenden für den Unterricht und die medizinische Versorgung des Dorfes, zumindest steht dies so auf einem grossen Plakat vor Yans Palace, der eigentlich eine Hütte ist. Ich gehe davon aus, dass das Geld auch wirklich bei der Dorfgemeinschaft ankommt, sonst könnte Yan das nicht so gross anschreiben.
Abschliessend besuchte Dominik noch das Kloster vor Ort. Von dem Klosterhügel sieht man sehr schön über den Inle See. Im Inneren des Klosters war noch ein kürzlich verstorbener Mönch aufgebahrt. Da Dominik jedoch von Anfang an von einem jungen ziemlich berührungsfreudigen (touchy) Mann begleitet wurde verliess Dominik das Kloster etwas überhastigt. Das Problem war viel mehr die schwierige Einschätzung der Situation. Waren das nur freundschaftliche Berührungen am Bauch, wie es hier zwischen jungen Männern üblich ist? Oder wie war das zu verstehen? Kommunizieren war leider auch nur mit Händen und Füssen drin. Und bevor Dominik schlimmstenfalls mit Händen deutlich machen müsste verabschiedete er sich. 




Das Wasser des Sees kann man anscheinend auch trinken (o.g. touchy Mann führte das auch vor), wenn man den Magen dazu hat. Wir haben auf jeden Fall keinen Ausländer getroffen, der da in das Wasser auch nur seinen Fuss reingehalten hätte.
Zufällig sahen wir auch noch in der Stadt eine Prozession, vermutlich irgendeine Hochzeit? Eventuell dasKind auf dem Pferd?








Abends reisten wir gemeinsam mit Auréli und Florin im Nachtbus nach Bagan. So eine Nachtfahrt ist immer wieder spannend, jedes Mal frägt man sich welche Foltermethode sich die Burmesen dieses Mal überlegten. Dass wir durchgeschüttelt werden oder dass sich die Hälfte des Busses übergeben muss, das kannten wir schon. Dieses Mal wurde das Ganze getopt von einem schreienden Busbegleiter, der es besonders toll fand auch nachts jede Haltestelle brüllend anzukündigen. Dazu kam noch eine vermutlich nicht mit Intelligenz gesegnete Passagierin, welche es zwar schaffte sich in die Kotztüte zu ergeben, diese danach aber auf den Boden zu legen, so dass ihr Inhalt die Möglichkeit hatte sich gleichmäßig im Bus zu verteilen.