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Verfolgungsjagd

Pathein ist bekannt für seine Sonnenschirme. Daher wollten wir noch eine Schirmwerkstatt besichtigen, bevor wir heute (27.03.2017) weiter zum Strand fuhren. Leider hatten wir dazu nur eine Richtungsangabe aus dem lonely planet. Dieser folgten wir bis wir in einer ziemlich ärmlichen Nachbarschaft standen und Stiefi aufgrund der senkrecht stehenden Sonne nicht mehr weiter wollte. Zum Glück gibt es Google translate und La Wom, eine sehr offene Myamesin. So wurden wir zu einem Motorrad-Taxi geführt, welches uns zu einer Schirmwerkstatt fuhr.

In der Schirmwerkstatt wurden wir mit einem Glas Orangensaft begrüsst, ein klares Zeichen, dass man hier nicht zum ersten Mal Touristen empfängt. Abschliessend wurden wir durch die Werkstatt geführt und lernten so u.a. dass die Schirme wasserdicht werden durch auftragen einer Reismasse und dass es in Myanmar mehre Stilrichtungen der Schirme gibt: Mandalay Style mit gezackten Schirmrand, Bagan Style mit rundem schwarzem Rand und Pathein Style einfacher runder Rand. Klar mussten wir danach auch was kaufen, was wir gerne getan haben.

Als die Sonne gerade ihren höchsten Punkt überschritten hatten, war es vor allem für Stiefi unerträglich heiss. Dominik hat sich schon ganz gut an die Temperaturen gewöhnt, hatte aber nichts gegen ein Mittagessen in eine gekühlten Mall einzuwenden. Ja, richtig gelesen Mall, diese grossen Einkaufszentren. Genau so eine steht etwas unwirklich in Pathein. Hier deckten wir uns auch wieder mit uns bekannten Hygieneartikel ein. 🙂 Es gibt schon einige westliche Dinge auf die wir auch auf Reise ungern verzichten.

Auch die Leute hier haben das erkannt und daher einiges auch vom Westen abgeschaut. (Oder müsste man hier Osten sagen, denn Amerika ist von Myanmar aus näher wenn man nach Osten fliegt.) Leider ist den Menschen nicht immer ganz klar, wozu die Dinge tatsächlich gut sind. Es folgt eine genauso unvollständige wie nicht ernst gemeinte Liste:

  • Security​: jedes Einkaufszentrum oder sonst grosses Gebäude hat einen Sicherheitswachmann und einen Metalldetektor am Eingang stehen. Durch den müssen alle durch, doch wenn es piepst passiert gar nichts. Beim ersten Mal wirft man noch einen fragenden Blick zum Wachmann, der einen einfach weiter winkt. Beim zweiten Mal läuft man wie alle anderen einfach weiter. Vielleicht denken die Leute hier so ein Detektor bringt Glück?
  • Zebrastreifen sind hier so etwas wie streetart und haben eine rein künstlerische Funktion. Zum Strasseüberqueren braucht es hier viel Mut, egal ob mit oder ohne Zebrastreifen. Ähnlich wie die fahrenden Autos tastet man sich langsam über die Strasse. Dabei motivieren einem die Autofahrer immer wieder energisch mit Hup- oder Lichtzeichen schneller zu laufen.
  • Sushi gibt es hier nicht nur mit Fisch und vegetarisch, Augen auch mit Hühnchen und Schwein.
  • Kebap gibt es hier auch stellenweise auf der Karte. Was bei uns im praktischen Fladenbrot mit Rohkost wahlweise mit oder ohne scharf kommt, ist hier ein süss-sauer Gericht mit Hühnchen. Die einzige Gemeinsamkeit: viel Knoblauch.
  • Musik im Supermarkt oder der Mall muss nicht immer entspannend sein. Hier wird das Konsumverhalten gerne auch Mal mit Heavy Metall Musik angeregt.
  • Englische Beschriftungen​ sind absolut hipp und stylish. Hier werden sie gleichzeitig noch mit Rätseln ausgestattet. Wer schafft es alle Bilder ins Deutsche zu übersetzen?

Nachdem Mittagessen nahmen wir den Bus nach Ngew Saung. Das war reichlich unspektakulär.

Dort angekommen war Dominik wohl etwas müde und dachte weder an die neu gekauften Schirme noch an die Kamera, die er im Bus extra neben sich gelegt hatte. Erst gute zehn Minuten später als der Bus schon längst weiter gefahren war, fiel uns der Fehler auf. Zum Glück kam in diesem Moment Mr. Win mit dem für uns bestimmten Motorrad an. Win ist sehr unkompliziert und beruhigte uns sofort, alles kein Problem. Ohne vorher gross irgendwelche Formalien​ zu  klären, schwangen wir uns auf das Motorrad und verfolgten wenige Sekunden später den Bus. Zum Glück war der noch nicht weit gekommen, so dass wir ihn am nächsten Dorf gerade noch rechtzeitig vorm Weiterfahren stoppen konnten. Und glücklicherweise sind die Menschen in Myanmar so anständig und lieb, dass natürlich beides noch im Bus lagen.

Nachdem das geklärt war, fuhren wir noch kurz mit Win bei seinem Freund Matthi vorbei, bevor uns beide noch bis zum unserem „Resort“ am Thanzin Beach fuhren. Dort schlossen wir dann bei einem Bierchen direkt Freundschaft mit den beiden.

Abends spazierten wir noch am Strand entlang zum Sea Fan Restaurant. Direkt neben unserer Unterkunft wird Sand vom Strand abgebaut. Eine mühsame und schlecht bezahlte Arbeit. Als wir dort vorbei laufen, begrüssen uns die Kinder und wir machen lustig Fotos.
Klar, wir lächeln auf diesen Bildern mit den Kindern, aber es hinterlässt einen fahlen Beigeschmack, wenn man weiss wie einfach sie aufwachsen, in welch einfacherer Behausung sie leben und dass ihnen die Zukunft sehr wahrscheinlich nicht viel Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Da hilft es auch nicht am schönste Strand zu leben.

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